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Martinez Lopez Gerda
titel der arbeit 132-134
studienrichtung Zeitbasierte Medien
 
abstract
Standort Brückenkopfgebäude Ost. Der temporäre Übergangszustand
zwischen ehemaliger Nutzung als Finanzamt und zukünftiger
Verwendung als Universitätsgebäude wird zum Ausstellungsraum:
Bestandsaufnahme im Gebäude im Sinne einer archeologischen
Grabungsstätte, Sammeln sichtbarer und imaginärer Spuren
der Vergangenheit des Amtes. Der vakuumartige Jetztzustand
der Leere liefert eine Überfülle an Assoziationen.
Inwieweit ist Architektur verwoben mit den Systemen, die sie
beherbergt? Was bleibt zurück von den Menschen, den Vorgängen,
den Daten nach dem „Umzug“ der Institution?
Im Zuge der Finanzkrise investieren Regierungen Steuergelder
zur Stützung des Bankensystems. Das Finanzamt ist die staatliche
Institution der Steuerverwaltung.
Kapitalismus: Wachstumsgebot, Kreditspirale, Spekulation, Risikospiel.
Das reale Material Geld, „die bare Münze“ wird zur
Antimetapher, die in ihrer Taktilität und „Über-Sichtbarkeit“
hier spielerisch-ironisch auf die tatsächliche Undurchschaubarkeit,
Unkontrollierbarkeit des Finanzmarktes verweist.
Ein philosophisch-soziologischer Ansatz beschäftigt sich mit
der Bedeutung der Institutionen, die als Strukturen innerhalb
von Regel- und Wertsystemen als Dispositive der Macht fungieren.
„Vorauseilender Gehorsam“: Permanente Überwachung
führt zur Selbstregulierung des Subjekts.
An Stelle der ehemals sichtbar bedrohlichen Präsenz der Macht
in Wirtschaft und Bürokratie herrscht heute eine Tendenz zu minimalistischen
Strukturen, flachen Hierarchien und sogenannten
„intelligenten Lösungen“. Durch diese Ästhetisierung der
Institutionen sind die Amtsoperationen unauffällig und bieten
der Wahrnehmung keine Angriffsfläche. Macht präsentiert sich
transparent und transzendent.
Die Interventionen oszillieren im Spannungsfeld von Sichtbarkeit/
Unsichtbarkeit. Das kollektive Konzept zielt durch ein Konvergieren
unterschiedlicher Visionen auf einen künstlerischen
Mehrwert jenseits individueller Positionen.
   
anmerkung
Bauer Susanne,
Siebermair Helene
   
arbeiten 
 
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