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Haller Dorothee
titel der arbeit Durchgängig rot weiß
studienrichtung TEXTIL;KUNST&DESIGN
 
abstract
Linz im Jahr 2008 - das Stadtbild wird beherrscht von Baustellen,
wo man hinsieht wird gearbeitet und verändert. Man putzt
sich heraus für das kommende Kulturhauptstadtjahr, alles
muss schöner, größer, besser werden. Alles. Denn es gibt kein
Durchkommen mehr, gewohnte Wege sind plötzlich blockiert,
riesige Löcher in der Straße tun sich auf; großzügig markiert
mit gestreiftem Absperrband, um auf mögliche Gefahr aufmerksam
zu machen, um zu sperren. Immer wieder taucht es
auf, die ganze Stadt scheint überzogen mit einem rot weißen
Teppich, ein Netzwerk aus Kulturhauptstadtbaustellen.
Für mich Grund genug, das Material Absperrband näher zu
betrachten und es in einen künstlerischen Kontext zu bringen.
Es steht für den täglichen Ärger im Straßenverkehr, das nicht
Durchkommen; den Aufwand, den die Stadt im Vorfeld eines
Ereignisses betreibt, um sich „ordentlich“ präsentieren zu können
und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten für die
Bewohner.
Ich entschied mich bei der Umsetzung dafür, die Arbeit in
zwei Teile zu gliedern: Der erste Teil fungiert als „Teppich“, als
Grundfläche. Trotz der Ordnung des Webens entsteht durch die
Schrägstreifen des Absperrbandes eine unruhige Fläche, ein
unregelmäßiges Muster. Wie das Linzer Straßennetz, das durch
die vielen Baustellen seine gewohnte Ordnung verliert und
„gestört“ wird. Der zweite Teil besteht aus einem geknüpften
Netz. Durch das Material des Bandes und das Verknoten ergibt
sich eine Art Blütenform, Sinnbild für das „Erblühen“ der Stadt
Linz als Kulturhauptstadt.
Die Baustellen haben sich inzwischen aufgelöst, ein neues Stadtbild
ist entstanden, eine neue Ordnung hat sich ergeben.
Auch das Zusammenspiel der beiden Flächen und Strukturen
ergibt etwas völlig Neues, es verbinden sich Ordnung und
Unordnung zu einem neuen Gesamtbild.
   
   
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